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Historischer Rundgang

 

 

Der historische Rundgang durch Kirchveischede beginnt an der Pfarrkirche - hier finden sich direkt fünf der markanten Stationen:

 

 

1) Katholische Pfarrkirche St. Servatius

Die Existenz einer Kirche in Kirchveischede ist bereits für die erste Hälfte  des 12. Jh. Urkundlich nachweisbar. Bei dem alten Teil der Pfarrkirche handelt es sich um eine frühgotische Saalkirche aus dem 13. Jh. Sie war die Tauf-, Hochzeits- und Grabeskirche der Edelherren zu Bilstein. 1908 wurde sie angebaut.

 

 

2) Historische Orgel

Seit 1614 gab es einen Organisten in der Pfarrkirche. Die kleine Barockorgel wurde höchstwahrscheinlich vor 1760 von Ignaz Senffert, dem Sohn des berühmten Würzburger Hoforgelmachers, erbaut. Nach mehreren Umbauten hat die Orgel heute 19 Register, 2 Manuale und 1 Pedal.

 

3) Prozessionswege

a) Christi Himmelfahrt führt der Weg über den Kellenberg und man erbittet den Segen Gottes für die Früchte des Lebens. Das Aufstellen der 4 Altäre obliegt bestimmten Familien.

 

b) Fronleichnam führt die Prozession über den Knapp, dort bauten einige Familien Heiligenhäuschen / Grotten.

 

 

 4) Totenpädchen

Kirchlich gehörte Benolpe damals zu Kirchveischede. Die frommen Kirchgänger legten den beschwerlichen Weg über das Hohe Arnscheid jeden Sonntag bei Wind und Wetter zurück.

Auch die Toten mussten bis 1879 in Kirchveischede beigesetzt werden. Die Särge wurden aufeinem sehr schmalen Stellkarren gefahren und im Winter auf einem Schlitten gezogen. Der Weg war sehr, sehr lang. Aus dem  ehem. Totenpädchen wurde bis 1901 ein  reiner Kirchweg

 

   

5)  Erste Poststation

Sie stand in „Brills Garten“ und war  die erste Poststation im Kreis Olpe  von 1742-1777. Sie lag an der Postroute  Frankfurt-Münster. Die Reitpost verkehrte  zweimal in der Woche in beide Richtungen und Briefe konnten in 23 Orte bestellt werden.

 

Der Sohn des letzten Posthalters wollte Nachfolger des Vaters  werden,  galt aber als sehr unordentlich und dem “Branntwein-gesoff“ ergeben. Zudem war er streitsüchtig. Aus diesem Grund wurde die Poststation später nach Bilstein verlegt.

  

Wir gehen nun auf den Spuren des historischen Kirchveischede in Richtung Park / Potterloh, halten uns links und stehen an der Brücke über die Veischede direkt an der nächsten Station:

 

 

6) Ehemaliges Feuerwehrgerätehaus

Am 18. November 1926 wurde in Kirchveischede eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Seit Ende 1975  besteht sie nicht mehr.

 

Über die Fußgängerbrücke führt unser Weg weiter. Wir halten uns wieder links und treffen auf die B55, dort liegen die nächsten wichtigen Punkte und Stationen von Kirchveischedes Vergangenheit:

  

7) Tabakfabrik

Die wirtschaftliche Not der Bevölkerung des Veischedetals wurde spürbar gelindert, als in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Bilstein und Kirchveischede die Tabak- und Zigarrenindustrie kräftig aufblühte. 1897 beschäftigten die Fabriken in beiden Dörfern 330 Personen.

 

Die älteste Firma ist die 1867 gegründete Firma „Gebrüder Berens“. Dort wurde bis zum Jahr 2000 Strangtabak hergestellt (Feinschnitt bis 2008). In manchen Zeiten verließen täglich rund 1,5km Strangtabak die Kirchveischeder Werkshallen, das reichte im Monat mit rund 30km für eine Strecke bis zum Autobahnkreuz Olpe und zurück.

 

   

8) Die „Gleislos Elektrische“

Die Bahn beförderte in der Zeit von 1904 – 1916 Postsachen und Personen zwischen Grevenbrück und Kirchveischede.  Eine Fahrt der mit Hilfe einer Oberleitung betriebenen Bahn kostete mit 50 Pfennigen zu damaligen Verhältnissen vergleichsweise viel Geld.

 

Doch das moderne Fortbewegungsmittel wurde auch kritisch beäugt: Die Skepsis gegenüber der „Gleislosen“  wurde nicht geringer,  als die mit Landwirten voll besetzte Bahn 1904 - begleitet von einem beherztem  „Rette sich wer kann!“-  gegen einen Baum fuhr…

 

Außerdem, so wurde argumentiert, gingen regelmäßig die Pferde durch, wenn sich das stählerne Ungetüm näherte.

  

In direkter Nachbarschaft liegt sie, die

 

9) Ehemalige kath. Volksschule

Nach einem über 30 Jahre währenden Schulkrieg wurde 1835 im Dorf eine eigene Schule errichtet. Danach mussten auch die Einhöfe Apollmicke, Bruchhausen, Einsiedelei, Hengstebeck, Kracht und Schmellenberg die Schule in Kirchveischede besuchen. 1908 musste ein neues Schulgebäude errichtet werden. 1960 wurde auf vier Klassenräume erweitert. In diesem Jahr erfolgte auch ein Besuch des Bundespräsidenten Heinrich Lübke. 1969 wurde die dreigleisige Volksschule aufgelöst.

 

Wir führen unseren Weg entlang der Hauptstraße in Richtung Kirche fort und oben am (Raden-)Berg liegt der Stolz Kirchveischedes:

10) Schützenhalle

Der  1901 gegründete St. Hubertus Schützenverein erbaute die erste Schützenhalle 1928, die in den letzten Kriegstagen am 10.04.1945 zerstört wurde.

Das erste Schützenfest nach dem 2. Weltkrieg wurde auf dem Saal der ehemaligen Gaststätte Strauß (heute Laarmann) gefeiert.  Gewehre waren dabei zunächst nicht erlaubt, daher wurde ein aus Brotteig gebackener Vogel mit Steinen abgeworfen.

Ab 1949 konnte in der wieder aufgebauten Schützenhalle gefeiert werden, die 1976 einen Anbau  erhielt.

 

Wer den mühsamen Aufstieg zur Schützenhalle in Kauf genommen hat, der kann auf der gegenüberliegenden Seite folgendes sehen:
 

11) Haus Egen oder Salzmann

Bernhard Salzmann (1886-1959) war der letzte Landeshauptmann des Landes Preußen. Er war verheiratet mit Maria Brill aus Kirchveischede. Das Haus wurde 1935/40 erbaut und diente der Familie während des Krieges als Domizil, da sie in Münster ausgebombt worden war.

 

Heute ist es das Ferienhaus der gesamten großen Familie Egen.

 
   

Auf diesem Rundweg begegnen uns natürlich auch alle Fachwerkhäuser, die im entsprechenden Flyer ausführlich beschrieben werden.

 

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